DDR3-Speicher ist derzeit in aller Munde. Nach anfänglich eher mauen
Geschwindigkeitsvorstellungen musste erst ein satter
Overclocking-Versuch herhalten, um zu zeigen, zu was moderner
DDR3-Speicher in Zukunft im Stande ist zu leisten.
Auf einem Gigabyte P35T-DQ6 hat ein findiger Tester mittels eines Core 2 Duo
E6850, der offiziell noch nicht verfügbar ist, den Speicher an den Rand
der derzeitigen Belastbarkeit gebracht. Zum Einsatz kam ein Modul von
Micron, welches mit PC3-10666 und folglich 1.333 MHz –
fälschlicherweise vom Tool CPU-Z nur als PC3-8500 erkannt – den derzeit
gängigen Standards entspricht. Um den Core 2 Duo E6850 von 3 auf 3,85
GHz zu beschleunigen, wurde der Frontside-Bus auf 550 MHz angehoben und
der Multiplikator auf 7 gesetzt. Der für 1.333 MHz zertifizierte
Speicher erreichte bei einem RAM-Ratio von 1:2 somit sagenhafte 1.100
MHz, beziehungsweise, wie man es von den herkömmlichen Angaben bei
DDR3-Speicher gewohnt ist, DDR3-2200. Diese 2200 MHz entsprechen einer
Steigerung von PC3-10666 auf PC3-17600. Solch hohen Werte war man
bisher nur von Grafikkartenspeicher gewöhnt.
Wirft man einen Blick auf die gerade von OCZ vorgestellten PC3-10666-Module,
wirken die Timings, die bei 2.200 MHz benutzt wurden, richtig gut. OCZ
empfiehlt bei 1.333 MHZ Timings von 9-9-9-26, das Micron-Modul schaffte
immerhin 10-10-10-24. Selbst GDDR3-Speicher besitzt in diesen hohen
Regionen der Taktfrequenz eine schlechtere Latenzzeit.
Neben dem veröffentlichten, zertifizierten CPU-Z-Screenshot
mit der Gigabyte-Platine gibt es auch noch ein fast identisches Abbild
mit einem Asus P5K3 Deluxe. Dort wurde lediglich 7 MHz weniger erreicht. Beide Test wurden jedoch nur mit einem Modul durchgeführt. Den schnellsten Dual-Channel-Rekord hält derzeit ein Asus P5K3 mit 2 x 1.024 MB DDR3-Speicher, der auf 2036 MHz getaktet ist. Dort werden sogar die für 1.333 MHz üblichen Timings von CL9 erreicht.
Die Entwicklung von DDR3 schreitet unaufhaltsam voran. Unser Ausblick zum IDF im April, der DDR3-Speicher bis zu 2.133 MHz
bescheinigte, hat einen Funken an Realität gewonnen. Vieles bleibt aber
noch Zukunftsmusik. Gerade in Bezug auf sehr hohe Taktraten werden noch
viele Monate vergehen, bis derart hochgezüchtete Speichermodule
tauglich für den Massenmarkt sind. Für Enthusiasten wird es aber einige
wenige, entsprechend kostspielige Module sicher in Bälde geben. Und das
im Zuge der höheren Frequenzen die Timings noch weiter nach unten gehen
können, hat nicht nur DDR2 SDRAM zuletzt noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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